Separatorkaninchen


Das Separatorkaninchen ist von charakteristischer sandgrauer Färbung und fahlblauem Anflug an Kopf, Ohren, Läufen und Unterseite. Das Separatorkaninchen ist, was seine Fellfarbe betrifft, die rezessivste Kaninchenrasse, d.h. sie trägt bis auf den Faktor A (international C) alle anderen Faktoren für die Fellfarbe in der rezessivsten Form. Aus diesem Grund kann man das Separatorkaninchen zu Prüfung auf Reinerbigkeit einsetzen. Auf diese Eigenschaft bezieht sich der Name der Rasse, der von lateinisch separare - auswählen abgeleitet wird.

Es wurden mindestens drei Rassen dieser Farbe parallel in den Niederlanden, Tschechien und Deutschland gezüchtet, die sich lediglich in der Größe etwas unterscheiden. Diese Parallelentwicklung muss vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges und der anschließenden Teilung Europas gesehen werden, die den Kontakt zwischen den Züchtern in der verschiedenen Ländern sehr stark behinderte.

Beige

In den Niederlanden begann F.J. Brinks 1940 damit ein sandfarbenes Kaninchen aus Gouwenaar, einer farblich dem Marburger Feh ähnelnden Rasse und einfarbigen Tieren aus isabellfarbigen Englischen Schecken. Diese Rasse wurde 1949 in den Niederländischen Standard unter den Namen „Beige“ aufgenommen.

Tschechische Löser

In Tschechien entwickelte Jaroslaw Fingerland einen Plan zur Züchtung einer entsprechenden Rasse, der dann von Vaclav Pem aus Dolany umgesetzt wurde. Die tschechischen Züchter begannen 1955 mit der Arbeit, als Ausgangsrassen wählten sie Thüringer und Marburger Feh. Nach Angaben von Fingerland erfolgten sowohl Kombinationszüchtungen als auch Rückkreuzungen. Da Pem die Möglichkeit hatte, mit einer großen Zahl von Tieren zu arbeiten, erreichte er das sandfarbige Kaninchen bereits 1958. 1959 erfolgte in der Tschechoslowakei die Anerkennung unter dem von Fingerland vorgeschlagenem Namen Tschechische Löser (Cesky lustic).

Separatorkaninchen

1959 begann der deutsche Züchter Otto Grützmann aus Dessau-Alten ebenfalls mit der Herauszüchtung einer sandfarbenen Rasse. Er arbeitete mit Kaninchen der kleinen Rassen und stellte 1964 in Dessau die ersten Separatorkaninchen vor, beantragte die Anerkennung als Rasse aber erst 1973. In diesem Jahr und auch 1974 wurden die Tiere erneut in Leipzig gezeigt, aber nicht zugelassen. Für die DDR erfolgte die Zulassung einer sandfarbenen Rasse 1980 in Form der Tschechischen Löser mit den " Bewertungsbestimmungen für Rassekaninchen in sozialistischen Ländern“. Das Separatorkaninchen wurde 1989 vom Zentralverband Deutscher Kaninchenzüchter als Rasse anerkannt.