Rotbuntes Husumer Landschwein


Besonderheiten der Rasse "Rotbuntes Husumer Schwein"

Schon vor der Jahrhundertwende tauchten insbesondere im Raum Husum entlang der schleswig-holsteinischen Westküste Schweine in rotbunter Färbung auf. Da ihr Rot-Weiß-Rot den dänischen Nationalfarben entspricht, wurden kleine Bestände von der dänischen Minderheit, die in dieser Region lebt, als Symbol für ihre völkische Eigenständigkeit gehalten.

Ausgewählte Tiere bildeten bald darauf die Grundlage verschiedener, über Schleswig-Holstein verteilter Zuchten. Herr Dr. Hans Wittmarck/Bad Oldesloe, der seinerzeit selbst Rotbunte Husumer Schweine gehalten und am Zuchtbuch für diesen Rasseschlag mitgearbeitet hat, erwähnt, daß schon im 19. Jahrhundert die Rotbunten Schweine nach schwäbisch-hällischem "Design" aktenkundig waren.

Leider sind die schriftlichen Unterlagen über die Entstehung der Rasse und die Herdbuchdaten bei einem Brand verlorengegangen. Um 1916/17 tauchten verstärkt rotbunte Schweine als Farbvarianten des Angler Sattelschweins auf; kurze Zeit später wurden englische Tamworth-Schweine zur Farbverstärkung eingekreuzt, was jedoch mit häufigem Auftreten von Stülpzitzen bei Sauen verbunden war. Daher nahm man die englische Rasse kurze Zeit später wieder aus der Zucht heraus. Außerdem sollen Vorläufer des DL-Schweins eingekreuzt sein und sogar ein weißer Pietrain-Eber.

1954 wurde dann das Rotbunte Husumer Schwein als Rasse anerkannt und ein Herdbuch erstellt. Sitz des Verbandes war Husum. Trotz der hohen Attraktivität der sehr schön gezeichneten robusten Schweine ließen sich die häufig auftretenden untypisch ausfallenden Tiere nicht absetzen. Wie alle anderen alten Rassen wurden die Rotbunten Schweine von den modernen Rassen verdrängt. Der letzte Geschäftsführer für die letztlich verbliebenen fünf Herdbuchzüchter war Herr Pruys aus Helle/Schleswig-Holstein. 1968 wurde auf der Kreistierschau in Rendsburg zum letzten Mal eine Sau mit Ferkeln gezeigt.


Missys Ferkel